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Vernetzte Fahrzeuge und das Recht an den eigenen Fahrzeugdaten

8. August 2018 | Technologie

Eines steht fest: Die Anzahl an Fahrzeugen, die große Datenmengen produzieren, steigt stark. Je nach Modell sammeln mittlerweile über 100 Sensoren bis zu 7.000 Datensätze. Ein modernes Fahrzeug kann demnach als Computer auf Rädern betrachtet werden.

Welche Daten werden gesammelt?

Es handelt sich hier um Fahrzeugdaten wie zum Beispiel Beschleunigungswerte, gefahrene Geschwindigkeiten oder GPS-Daten. Dazu zählen unter anderem auch gefahrene Routen und letzte Ziele oder allgemein gespeicherte Orte. Auch Kilometerstände, messbare Daten zum Fahrverhalten und Daten zum Verschleiß können problemlos abgerufen werden. Und das ist nur ein Bruchteil der Daten, die an vielen weiteren Stellen im Auto gesammelt werden.

Einen Teil der Datensammler in eurem Auto, könnt ihr auf unserem Aktoren+Sensoren Poster sehen.

Aber was passiert mit meinen Fahrzeugdaten?

Ganz einfach: Sie landen auf den Servern der Fahrzeughersteller! Klingt so weit erst mal logisch, oder? Die ganze Sache hat allerdings einen Haken: Wir selbst als Fahrzeugbesitzer haben nahezu keine Verfügung über diese Daten. Bei Herstellern, wie zum Beispiel BMW, ist es möglich einen Teil der Daten einzusehen, die unser eigenes Auto erzeugt hat. Natürlich nur gegen einen gewissen Betrag. Das heißt für uns also, dass wir viel Geld für etwas bezahlen müssen, was uns eigentlich schon gehört und zusätzlich noch wenig Aussagekraft besitzt – das ist Irrsinn.

Verschiedene Fahrzeughersteller sehen hier eine Möglichkeit, eine Monopolstellung auf die von Fahrzeugen produzierten Daten zu erreichen. Man wolle die Privatsphäre der Fahrzeughalter schützen, ist die Begründung bzw. der Vorwand der Hersteller. Eine freie Werkstatt benötigt jedoch keinerlei Zugriff auf personenbezogene Daten, um eine Reparatur durchführen zu können. Die Werkstatt benötigt lediglich Daten zur Fehlerdiagnose, dem Verschleiß oder den Details zu anstehenden Inspektionen. Diese Daten werden ebenfalls vom Fahrzeug produziert.

Was bedeutet das für den IAM (Independent Aftermarket)?

Gelingt es den Fahrzeugherstellern eine Monopolstellung zu erreichen, nimmt man unter anderem den freien Werkstätten die Chance, ihren Kunden weiterhin mit einer schnellen Fehlerdiagnose, bestmöglichem Service und Instandsetzung zur Seite stehen zu können. Die freien Werkstätten sind dann schlichtweg nicht mehr in der Lage, die nötigen Reparaturen durchzuführen. Dies hat natürlich auch große negative Auswirkungen auf die Umsätze im Ersatzteilhandel. Zugespitzt kann man sagen, dass der IAM langfristig darunter leiden wird.

Herth+Buss organisierte im Juni einen Industrie-Workshop, bei dem das Thema Fahrzeugdaten intensiv diskutiert wurde.

Was unternimmt Herth+Buss dagegen und was kann ich selbst tun?

Wir unterstützen als ordentliches Mitglied den Verein CARMUNICATION. Der gemeinnützige Verein setzt sich für einen fairen Wettbewerb ein. Das Ziel von CARMUNICATION ist es, Unternehmen in Europa freien Zugang zu Fahrzeugdaten zu gewähren.

CARMUNICATION liefert die Daten

CARMUNICATION sammelt relevante Fahrzeugdaten und stellt diese auf der CARMUNICATION-Plattform für alle Mitglieder bereit. Diese Daten zeigen zum Beispiel auf, ob es Probleme mit dem Fahrzeug gibt. Auch Fragen wie „Wie ist das Fahrverhalten?“ oder „Ist ein Service notwendig?“ können so schnell und einfach beantwortet werden. Besonders interessant für uns ist auch die Frage, welche Teile in welchen Fahrzeugmodellen wie oft ausfallen. Denn so können wir die Qualität unserer Produkte verbessern und für weniger Ausfälle sorgen. Wozu Auto Live Daten noch wichtig sind erfahrt ihr hier:
https://www.carmunication.eu/de/wozu-auto-live

Ein Autofahrer beispielsweise der seine Daten auf CARMUNICATION zu Verfügung stellt, kann sie jederzeit in der Privacy-Zone selbst einsehen und bestimmen, wer die Daten noch einsehen darf. Gleiches gilt natürlich auch für Flottenbetreiben und viele weitere. Wenn auch ihr aktiv helfen möchtet, Datenmonopole im Geschäft mit Auto Live-Daten zu verhindern, werdet Mitglied. So habt auch ihr die Möglichkeit, euch aktiv für faire Chancen und freien Datenzugang einzusetzen. Egal ob Unternehmer, Verbraucher oder Informationsmitglied – hier könnt ihr euch einfach anmelden.
https://carmunication.eu/de/mitglied-werden#no-back

Wer mehr über Fahrzeugdaten erfahren möchte, kann CARMUNICATION auf der Automechanika im September in Frankfurt treffen! Ihr findet Sie in Halle 4, Stand A12.
https://www.carmunication.eu/de/automechanika-ffm-2018

Die Kampagne Data4Drivers

Eine weitere Möglichkeit sich aktiv einzusetzen, ist die Kampagne Data4Drivers. Dabei handelt es sich um eine Petition, die sich mit einem Appell direkt an die Entscheidungsträger der EU richtet. Sie verlangt sicherzustellen, dass die Fahrer und eben nicht die Fahrzeughersteller die Hoheit über ihre Fahrzeugdaten haben. Der Fahrer muss entscheiden können, wer seine Daten für welche Zwecke nutzen darf.

Noch mehr Informationen zur Kampagne #Data4Drivers findet ihr hier.
https://www.data4drivers.eu/

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Vernetzte Fahrzeuge und das Recht an den eigenen Fahrzeugdaten

8. August 2018 | Technologie

Eines steht fest: Die Anzahl an Fahrzeugen, die große Datenmengen produzieren, steigt stark. Je nach Modell sammeln mittlerweile über 100 Sensoren bis zu 7.000 Datensätze. Ein modernes Fahrzeug kann demnach als Computer auf Rädern betrachtet werden.

Welche Daten werden gesammelt?

Es handelt sich hier um Fahrzeugdaten wie zum Beispiel Beschleunigungswerte, gefahrene Geschwindigkeiten oder GPS-Daten. Dazu zählen unter anderem auch gefahrene Routen und letzte Ziele oder allgemein gespeicherte Orte. Auch Kilometerstände, messbare Daten zum Fahrverhalten und Daten zum Verschleiß können problemlos abgerufen werden. Und das ist nur ein Bruchteil der Daten, die an vielen weiteren Stellen im Auto gesammelt werden.

Einen Teil der Datensammler in eurem Auto, könnt ihr auf unserem Aktoren+Sensoren Poster sehen.

Aber was passiert mit meinen Fahrzeugdaten?

Ganz einfach: Sie landen auf den Servern der Fahrzeughersteller! Klingt so weit erst mal logisch, oder? Die ganze Sache hat allerdings einen Haken: Wir selbst als Fahrzeugbesitzer haben nahezu keine Verfügung über diese Daten. Bei Herstellern, wie zum Beispiel BMW, ist es möglich einen Teil der Daten einzusehen, die unser eigenes Auto erzeugt hat. Natürlich nur gegen einen gewissen Betrag. Das heißt für uns also, dass wir viel Geld für etwas bezahlen müssen, was uns eigentlich schon gehört und zusätzlich noch wenig Aussagekraft besitzt – das ist Irrsinn.

Verschiedene Fahrzeughersteller sehen hier eine Möglichkeit, eine Monopolstellung auf die von Fahrzeugen produzierten Daten zu erreichen. Man wolle die Privatsphäre der Fahrzeughalter schützen, ist die Begründung bzw. der Vorwand der Hersteller. Eine freie Werkstatt benötigt jedoch keinerlei Zugriff auf personenbezogene Daten, um eine Reparatur durchführen zu können. Die Werkstatt benötigt lediglich Daten zur Fehlerdiagnose, dem Verschleiß oder den Details zu anstehenden Inspektionen. Diese Daten werden ebenfalls vom Fahrzeug produziert.

Was bedeutet das für den IAM (Independent Aftermarket)?

Gelingt es den Fahrzeugherstellern eine Monopolstellung zu erreichen, nimmt man unter anderem den freien Werkstätten die Chance, ihren Kunden weiterhin mit einer schnellen Fehlerdiagnose, bestmöglichem Service und Instandsetzung zur Seite stehen zu können. Die freien Werkstätten sind dann schlichtweg nicht mehr in der Lage, die nötigen Reparaturen durchzuführen. Dies hat natürlich auch große negative Auswirkungen auf die Umsätze im Ersatzteilhandel. Zugespitzt kann man sagen, dass der IAM langfristig darunter leiden wird.

Herth+Buss organisierte im Juni einen Industrie-Workshop, bei dem das Thema Fahrzeugdaten intensiv diskutiert wurde.

Was unternimmt Herth+Buss dagegen und was kann ich selbst tun?

Wir unterstützen als ordentliches Mitglied den Verein CARMUNICATION. Der gemeinnützige Verein setzt sich für einen fairen Wettbewerb ein. Das Ziel von CARMUNICATION ist es, Unternehmen in Europa freien Zugang zu Fahrzeugdaten zu gewähren.

CARMUNICATION liefert die Daten

CARMUNICATION sammelt relevante Fahrzeugdaten und stellt diese auf der CARMUNICATION-Plattform für alle Mitglieder bereit. Diese Daten zeigen zum Beispiel auf, ob es Probleme mit dem Fahrzeug gibt. Auch Fragen wie „Wie ist das Fahrverhalten?“ oder „Ist ein Service notwendig?“ können so schnell und einfach beantwortet werden. Besonders interessant für uns ist auch die Frage, welche Teile in welchen Fahrzeugmodellen wie oft ausfallen. Denn so können wir die Qualität unserer Produkte verbessern und für weniger Ausfälle sorgen. Wozu Auto Live Daten noch wichtig sind erfahrt ihr hier:
https://www.carmunication.eu/de/wozu-auto-live

Ein Autofahrer beispielsweise der seine Daten auf CARMUNICATION zu Verfügung stellt, kann sie jederzeit in der Privacy-Zone selbst einsehen und bestimmen, wer die Daten noch einsehen darf. Gleiches gilt natürlich auch für Flottenbetreiben und viele weitere. Wenn auch ihr aktiv helfen möchtet, Datenmonopole im Geschäft mit Auto Live-Daten zu verhindern, werdet Mitglied. So habt auch ihr die Möglichkeit, euch aktiv für faire Chancen und freien Datenzugang einzusetzen. Egal ob Unternehmer, Verbraucher oder Informationsmitglied – hier könnt ihr euch einfach anmelden.
https://carmunication.eu/de/mitglied-werden#no-back

Wer mehr über Fahrzeugdaten erfahren möchte, kann CARMUNICATION auf der Automechanika im September in Frankfurt treffen! Ihr findet Sie in Halle 4, Stand A12.
https://www.carmunication.eu/de/automechanika-ffm-2018

Die Kampagne Data4Drivers

Eine weitere Möglichkeit sich aktiv einzusetzen, ist die Kampagne Data4Drivers. Dabei handelt es sich um eine Petition, die sich mit einem Appell direkt an die Entscheidungsträger der EU richtet. Sie verlangt sicherzustellen, dass die Fahrer und eben nicht die Fahrzeughersteller die Hoheit über ihre Fahrzeugdaten haben. Der Fahrer muss entscheiden können, wer seine Daten für welche Zwecke nutzen darf.

Noch mehr Informationen zur Kampagne #Data4Drivers findet ihr hier.
https://www.data4drivers.eu/

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Patrick Grebner

Hallo zusammen, ich bin Patrick und seit 2001 bei Herth+Buss im Einsatz. Nach Abschluss meiner Ausbi ...

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