Automarken aus China – ein aktueller Überblick

13. Juli 2025 | Branche + Mehr

Immer mehr chinesische Autohersteller drängen auf den deutschen Markt, um sich dort zu etablieren und den bekannten europäischen Marken Konkurrenz zu machen.  Besonders im Fokus steht dabei die Elektromobilität, denn in diesem Bereich sind viele chinesische Hersteller bereits technologisch führend. Um ihr Ziel zu erreichen, bauen sie ihre Präsenz in Europa aus. Sie erweitern ihre Händlernetze, errichten Produktionsstätten in Europa und intensivieren ihr Marketing. Aktuell sind chinesische Automarken auf deutschen Straßen aber noch eine Seltenheit. Sie machen lediglich 0,1 bis 0,2 Prozent des Pkw-Bestands aus. Haben sie überhaupt eine Chance?

Bislang sind chinesische Automarken in Europa noch nicht sehr bekannt. BYD gehört beispielsweise zu den größten Automobilkonzernen Chinas und der Welt. Im Jahr 2023 eröffnete das Unternehmen den ersten Ausstellungsraum in Deutschland und begann mit dem Aufbau eines Händlernetzes. Im April dieses Jahres verzeichnete BYD mit 1.566 Neuzulassungen einen neuen Rekord in Deutschland. Es ist geplant, den Marktanteil in Deutschland weiter zu vergrößern.

Weitere chinesische Automarken:

Im Januar dieses Jahres wurden in Deutschland folgende chinesische Marken neu zugelassen:

  • BYD: 235 Autos
  • Great Wall Motors (GWM): 330 Autos
  • Lynk & Co: 4 Autos
  • MG Roewe:645 Autos
  • Nio: 18 Autos
  • Polestar: 235 Autos
  • XPeng: 94 Autos

MG: Eine Automobilmarke der chinesischen Unternehmensgruppe SAIC Motor

Wirklich relevante Erfolge kann bislang nur MG Roewe erzielen. Die ersten Autos wurden 2021 in Deutschland verkauft. Bereits im Jahr 2024 konnte MG in Deutschland 20.977 Neuzulassungen verzeichnen und hält mittlerweile einen Marktanteil von mindestens 0,7 Prozent. Im Segment der BEVs liegt der Marktanteil sogar schon bei 3,8 Prozent.

Welche Antriebsarten stehen im Fokus?

Während die oben genannten Hersteller für den chinesischen Markt fast ausschließlich Elektroautos produzieren, passen sich einige dem europäischen Markt an und stellen auch Hybridfahrzeuge und Autos mit Verbrennungsmotor her. So bietet MG die Modelle MG3 und SUV ZS mit einem rund 200 PS starken Hybridantrieb an. Great Wall bietet ebenso einige Verbrenner an, die unter der Marke Omoda vermarktet werden. Damit umgehen sie auch die EU-Zölle auf chinesische Elektroautos und nutzen die nach wie vor hohe Nachfrage nach Verbrennungsmotoren und Hybriden in Europa.

Wie gut sind die Autos aus China?

Der ADAC-Autotest zeigt, dass sie erheblich besser geworden sind. Etliche chinesische Modelle haben bislang den ADAC-Autotest durchlaufen. Alle erzielen die Gesamtnote „gut" und sind damit „empfehlenswert".

Was noch nicht so gut funktioniert, sind die teilweise unzuverlässigen Assistenzsysteme. Diese funktionieren noch nicht immer stabil, sind teilweise etwas eigensinnig, fehlerhaft und wenig sensibel. Zudem sind die akustischen Warnungen mitunter übertrieben. Hier gibt es also noch Nachholbedarf. Die Bedienung erfolgt meist nur noch über Touchscreens. Teilweise sind die Schriften zu klein, Übersetzungen fehlen oder sind schlecht, und Softwarebugs sind ebenfalls keine Seltenheit. Auch hier gibt es also noch Verbesserungspotenzial.

Ausblick

Nach derzeitigem Stand fällt es den chinesischen Marken jedoch noch schwer, in Europa Fuß zu fassen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. So sind die Vertriebs- und Servicenetze beispielsweise noch nicht gut ausgebaut. Auch im Marketing wird noch nicht sehr viel getan. Zudem haben die Deutschen sehr enge Markenbeziehungen, wenn es um den Autokauf geht, und bleiben auch gerne einer Marke treu. Automarken, die ihnen nicht bekannt sind, rücken nur schwer in den Fokus der Käufer. Auch preislich haben sich die chinesischen Automarken nicht in eine Nische positioniert. Viele chinesische Marken sind preislich eher hoch angesetzt, was den Verkauf erschwert.