Warum brauchen E-Autos eigentlich eine 12-Volt-Batterie?

22. Jan 2023 | Branche + Mehr

Ein Blick in die Pannenstatistiken des ADAC führt – vermeintlich – Überraschendes zutage. So zum Beispiel die Zahlen von 2021: Dort war die häufigste Pannenursache beim Elektroauto genau wie beim Verbrenner die 12-Volt-Starterbatterie. Ein filigraner 12-Volt-Energiespeicher in Elektrofahrzeugen, die über ein 400- oder 800-Volt-Bordnetz verfügen, ist für fast jede zweite Panne verantwortlich. Aber warum brauchen E-Autos überhaupt eine 12-Volt-Batterie?

Neben dem Hochvolt-Akku, der die Energie für den oder die E-Motoren liefert, haben Elektroautos in der Regel auch eine 12-Volt-Batterie an Bord. Der Hochvolt-Akku versorgt dabei tatsächlich hauptsächlich „nur“ den Antrieb und die Innenraum-Heizung mit Strom. Der gesamte Rest der Verbraucher läuft über das 12-Volt-Bordnetz.

Auch im Elektroauto startet die 12-Volt-Batterie den Motor

Eine Aufgabe der 12-Volt-Starterbatterie ist auch beim Elektromotor das Starten des Fahrzeugs. Und auch das Batteriemanagement-System, das so ziemlich alle Überwachungs- und Steuerungsaufgaben des Antriebsakkus übernimmt, wird von der 12-Volt-Batterie gespeist. Ohne die kleine Starterbatterie startet das Batteriemanagementsystem also nicht einmal. Und wenn die 12V-Batterie einmal ausgefallen ist, lässt sich der Antriebsakku auch nicht aufladen.

Puffer, um Redundanz bei wichtigen Sicherheitssystemen zu schaffen

Bleibt die Frage, warum die Energie für den Startvorgang des E-Motors nicht via Spannungwandler direkt aus der Hochvoltbatterie entnommen werden kann. "Tatsächlich ist eine Architektur ohne 12-Volt-Batterie denkbar", erklärt Jochen Kramer, Projektleiter für die Elektrik des Porsche Taycan, im Gespräch mit auto, motor sport. Das Problem: Die 12-Volt-Batterie dient auch als zweite Stromquelle, um bei einem Ausfall des großen Akkus die unterbrechungsfreie Funktion sicherheitskritischer Systeme zu gewährleisten. Zum Beispiel von Systemen wie ABS oder ESP. Die 12-Volt-Batterie dient also als Puffer, um Redundanz bei wichtigen Sicherheitssystemen zu schaffen.

Zusammengefasst: Die 12-Volt-Batterie ist nicht nur ein Sicherheits- oder Komfortthema. Wenn die 12-Volt-Batterie in E-Fahrzeugen ausfällt, geht überhaupt nichts mehr. Deshalb sollten Autofahrer*innen von E-Autos auch der kleinen Batterie Aufmerksamkeit schenken und diese regelmäßig von ihrer Werkstatt checken lassen.