Warum der Fahrwerkscheck für Autofahrer und Werkstätten so wichtig ist

18. Dez 2020 | Technologie + Produkte

Eines der wohl meist unterschätzten Komponenten im Pkw ist das Fahrwerk. Das Fahrwerk soll die unterschiedlichen Kräfte, die zwischen Fahrbahn und Auto entstehen, übertragen, abfedern oder dämpfen und damit jederzeit den Kontakt zur Fahrbahn sicherstellen. Damit liefert es nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und zur Fahrdynamik, sondern trägt auch erheblich zum Fahrkomfort bei. Deshalb sollten Autofahrer ihrem Fahrwerk eine gewisse Aufmerksamkeit schenken und zum regelmäßigen Fahrwerkscheck ihre Kfz-Werkstatt des Vertrauens aufsuchen.

Vor allem die Stoßdämpfer spielen als Komponente des Fahrwerks eine extrem wichtige Rolle: Als Verbindungsglied zwischen Radaufhängung und Karosserie fangen sie Fahrbahnstöße ab und sorgen für den erforderlichen Bodenkontakt in jeder Fahrsituation. Dabei lassen Stoßdämpfer die Schwingungen der Karosserie schneller abklingen und erhöhen dadurch die Sicherheit und den Fahrkomfort.

Defekte und verschlissene Stoßdämpfer stellen ein Sicherheitsrisiko dar

Bei verschlissenen und defekten Stoßdämpfern drohen jedoch ernstzunehmende Gefahren: Defekte Stoßdämpfer können einen um bis zu 20 Prozent verlängerten Bremsweg zur Folge haben. Zudem beeinträchtigen verschlissene und defekte Stoßdämpfer die Wirksamkeit von ABS und ESP und verschlechtern die Straßenlage. Das Tückische: Stoßdämpfer verschleißen in der Regel schleichend. Die meisten Autofahrer gewöhnen sich an ihr allmählich immer schlechter werdendes Fahrwerk und bemerken nicht, dass Stoßdämpfer oder anderen Komponenten des Fahrwerks bereits ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Da verwundern Zahlen wie diese nicht: Laut einer Studie des TÜV, des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes und der Deutschen Verkehrswacht haben 9,3 Prozent aller drei Jahre alten Pkw an mindestens einem Stoßdämpfer Mängel. Bei Autos im Alter von zehn Jahren sind es bereits 19,3 Prozent aller Pkw. Umso wichtiger ist deshalb, dass Autofahrer ihr Fahrwerk regelmäßig von Profis untersuchen lassen. Nicht ohne Grund haben deshalb alle guten Kfz-Werkstätten einen ausführlichen Fahrwerkscheck im Programm. Der Umgang der Überprüfung von Stoßdämpfern, Federn und Radaufhängung variiert dabei von Werkstatt zu Werkstatt.

Fahrwerkscheck: Was dazu gehört

Dazu gehört in jedem Fall die Sichtkontrolle aller Fahrwerkskomponenten wie zum Beispiel der Stoßdämpfer, Querlenker, Gummimanschetten, Gummilager, Trag- und Führungsgelenke. Auch die Reifen sollten genau unter die Lupe genommen werden. So kann das Verschleißbild der Lauffläche Rückschlüsse auf den Fahrwerkszustand, Dämpferverschleiß und die korrekte Fahrwerkseinstellung geben. Die Stoßdämpfer können auf dem Prüfstand oder bei einer Probefahrt unter die Lupe genommen werden. Eine Probefahrt eignet sich, um den Gesamtzustand des Fahrwerks zu überprüfen: Wie ist der Geradeauslauf? Gibt es ungewöhnliche Geräusche? Wie ist das Fahrgefühl insgesamt? Zudem sollte die Lenkung auf Spiel überprüft und die Servounterstützung überprüft werden.

Ein Fahrwerkscheck bietet sich insbesondere immer dann an, wenn das Fahrzeug im Rahmen des saisonbedingten Räder-/Reifenwechsels sowieso in die Werkstatt geht. Also dann, wenn Sommerreifen oder Winterreifen aufgezogen werden. Vor allem wenn es mit dem Auto in den Urlaub geht, sollte das Fahrwerk in einem Top-Zustand sein. Denn insbesondere bei Fahrten über mehrere hundert Kilometer am Stück wird das Fahrwerk stark belastet.

Und gerade im Winter muss das Fahrwerk leiden. Denn niedrige Temperaturen sorgen dafür, dass Materialien aller Art verspröden oder durch Frostbildung regelrecht aufgebrochen werden. Auch leichte Beschädigungen an Fahrwerksteilen können durch das im Winter meist üppig verteilte Streusalz und die dadurch entstehende Korrosion zu teuren Folgereparaturen führen.

Werkstätten sind gefordert

Weil Autofahrer nur selten auf dem Schirm haben, welchen Belastungen das Fahrwerk ausgesetzt ist, sind Werkstätten gefordert, hier für Aufklärung zu sorgen und proaktiv für einen Fahrwerkscheck zu werben. Schon allein aus eigenem Interesse. Schließlich werden Ganzjahresreifen bei Autofahrern immer beliebter, sodass der obligatorische Besuch zum Reifenwechsel in der Werkstatt entfällt. Kfz-Betriebe müssen also neue Wege finden, um Kunden von der Notwendigkeit eines jahreszeitlichen Besuchs in der Werkstatt des Vertrauens zu überzeugen. Der Fahrwerkscheck ist das perfekte Instrument dafür.

Und wenn dann die Stoßdämpfer getauscht werden müssen, dann gibt es bei Herth+Buss die passenden. Denn der Teilespezialist führt über 350 Stoßdämpfer in seinem Sortiment Jakoparts – 152 Artikel davon für europäische Fahrzeuge!