Starterbatterien – Vom Prüfen, Laden, Überbrücken und Austauschen

11. Nov 2021 | Technologie + Produkte

Eine ärgerliche Situation, die leider viele Autofahrer kennen: Das Fahrzeug springt nicht an. Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten um das Problem zu lösen oder um es von vornherein zu vermeiden.

Laden, Überbrücken oder Austauschen: Die richtige Lösung für eine entladene Batterie

Passiert es doch einmal, dass das Fahrzeug nicht anspringt, weil die Batterie entladen ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie ausgetauscht werden muss. Abhilfe können oftmals schon Batterieladegeräte schaffen. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Ladegerät für den vorliegenden Batterietyp geeignet ist. Je nach Akku-Typ müssen außerdem unterschiedliche Ladekurven und Schlussspannungen gewählt werden. Ältere Ladegeräte sollten nicht mehr zum Einsatz kommen, da diese meistens nicht geregelt sind. Dadurch könnte es zu einer Überladung der Batterie kommen, was Ausgasungen hervorrufen und zu einem Knallgaseffekt führen kann.

Um eine Starterbatterie zu laden, kann das Batterieladegerät Flash CS120 (Art.-Nr.: 95950005) genutzt werden. Dazu muss zunächst eingestellt werden, welcher Batterietyp vorliegt und wie viel Ampere benötigt werden. Das Gerät eignet sich darüber hinaus zur Fremdstromversorgung während Diagnosearbeiten oder Softwareupdates. Es kompensiert den von Steuer- und Diagnosegerät verbrauchten Strom und speist die verbrauchte Menge ein.

Der Klassiker: Starthilfe durch ein Spenderfahrzeug

Natürlich kann ein Fahrzeug mit entladener Batterie auch durch ein Spenderfahrzeug Starthilfe erhalten. Dabei ist zu empfehlen ein Starthilfekabel mit einem Durchmesser von mindestens 25 mm2 zu verwenden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Klemmen an den Kabelenden gut isoliert sind, damit kein Kurzschluss entsteht, sollten diese abrutschen. Ein Starthilfekabel mit Überspannungsschutz kann darüber hinaus zusätzliche Sicherheit bieten, da sie die Batterie vor zu hohen elektrischen Spannungen schützt und somit Schäden in der Elektronik verhindert. Wichtig ist außerdem, nur Batterien mit gleicher Nennspannung und ähnlicher Kapazität miteinander zu verbinden.

Für den Fall der Fälle: Was zu beachten ist, wenn die Starterbatterie ausgetauscht wird

Wenn sich eine leere Starterbatterie allerdings weder mit dem passenden Ladegerät noch durch Starthilfe wieder zum Leben erwecken lässt, muss sie ersetzt werden. Auch beim Austausch gibt es einige Aspekte, die es zu beachten gilt. Bei der Entnahme des Akkus ist zwangsläufig das gesamte Bordnetz stromlos. Dadurch gehen Einstellungen wie beispielsweise Radiocodes oder Sitzmemories verloren, was zu massiven Fehlermeldungen führen kann, wenn ein neuer Akku angeschlossen wird. Um das zu verhindern, kann während des Ausbaus eine Pufferbatterie zum Einsatz kommen, die das Bordnetz weiterhin mit Strom versorgt. Dazu eignet sich aber auch ein Starthilfegerät wie der Reanimator (Art.-Nr.: 95980802/-806/-807). Der Batterie Booster sorgt für eine konstante Stromversorgung und kann darüber hinaus Starthilfe leisten.

Ist der Austausch einer Batterie fällig, ist außerdem darauf zu achten, dass die alte Batterie durch eine gleichwertige Batterie ersetzt werden muss. Der Wechsel zu einem leistungsstärkeren Akku ist allerdings jederzeit möglich.

Darüber hinaus müssen Batteriemanagementsysteme in der Regel erst einmal erfahren, dass ein neuer Akku eingebaut worden ist. Sie müssen also neu angelernt werden. Die Voraussetzungen dafür unterscheiden sich jedoch je nach Hersteller und viele Werkstätten verfügen nicht in jedem Fall über das richtige Equipment. Um dieses Problem aus dem Weg zu schaffen, bietet Herth+Buss mit dem Diagnosegerät Diagnose on Demand (Art.-Nr. 95990401) eine simple Lösung. Über das Gerät wird Kontakt zum Technik-Team von Herth+Buss aufgebaut, die anschließend die Arbeit der OE-Werkstatt übernehmen und die Batterie anlernen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten.

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Starterbatterien rechtzeitig überprüfen

Um sicherzugehen, dass die Batterie einwandfrei funktioniert, sollte sie mindestens einmal im Jahr, insbesondere vor den Wintermonaten, überprüft werden. Das geht zum Beispiel mit dem Prüfgerät CrankPrint (Art.-Nr.: 95972081). Dieses eignet sich zur Überprüfung des Start- und Ladesystems im Kfz und zur Feststellung der Startfähigkeit. Die wichtigsten Prüfwerte, die mit einem solchen Gerät betrachtet werden sollten sind SOH und SOC. SOH steht für State of Health und gibt den allgemeinen Zustand der Batterie, also die Startfähigkeit wieder, während der SOC, was für State of Charge steht, den Ladezustand angibt. Die Leistung der Batterie kann dabei sowohl in Volt als auch in Ampere angegeben werden. Das Prüfgerät CrankPrint eignet sich sowohl für AGM-, Spiral-, Flachplatten-, Gel- und herkömmliche Nassbatterien sowie für Start-Stopp-Batterien.

Eine weitere wichtige Prüfgröße ist der Innenwiderstand der Batterie. Dieser sollte nämlich so klein wie möglich sein, damit die von der Batterie erzeugte Leistung vollständig bei den Verbrauchern ankommt. Gemessen werden können Spannungen wie diese beispielsweise mit dem Multimeter (Art.-Nr.: 95980775). Der Vorteil hierbei: Es kann auch für viele andere Anwendungen zum Einsatz kommen, da es neben Spannungen auch weiter elektrische Größen wie Frequenzen oder Temperaturen messen kann.